TÜSN
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Um sich in Zeiten der Aufmerksamkeits-Ökonomie als junge Band wirkungsvoll zu präsentieren, bedarf es vielleicht doch mehr als kommunikativer Hyperaktivität. Mehr – und gleichzeitig weniger. Weniger Geklingel und Geschnatter. Mehr Substanz. Weniger Glitter, mehr Gehalt. Dem nicht versiegen wollenden Strom von Neuigkeiten, Nettigkeiten und Nichtigkeiten begegnen TÜSN mit einer bewussten Reduktion. Die drei Berliner machen sich rar. Ihr Netzwerk ist ein engmaschig gestricktes Bezugssystem, ein hermetisches Haus der Liebe ohne Spion. TÜSN sprechen nicht viel über sich, um so mehr sprechen andere über sie. Das soll ihnen recht sein.

TÜSN besteht aus Snöt, Tomas und Daniel. Ihre Instrumente sind Synthesizer, Bass und Schlagzeug. In einer Mischung aus angeborener Scheu und nahezu klassischer Wahrung von Distanz vermeiden es TÜSN generell, sich und ihre Musik im Detail zu erklären. Als kämen sie aus einer Hollywood-Ära, in der Stars noch keine Sternchen waren. Oder aus einem Utopia, in dem sich Kunst noch in ihrer vollen Rätselhaftigkeit präsentieren darf. So etwas gibt es natürlich nicht, nicht mehr. Aber etwas mehr Geheimnis, etwas mehr Fantasie, etwas mehr Freiraum wäre sicherlich für alle – für Künstler, Publikum und Medien – eine lohnenswerte Erfahrung. Wer das als Aufforderung verstehen möchte, findet in der Musik von TÜSN einen Zugang zum inneren Showroom. Die Musik schreit förmlich danach, für eigene Zwecke benutzt zu werden: Interpretieren Sie bitte jetzt! Für die Suchenden, die Verlorenen, die Anderen, für die Brut der Nacht.

Musikbühne, Freitag, 5. August 2016, 19.45 Uhr

www.tuesn.de
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